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Die Alvensleben-Jellinek-Ehrenmedaille

Gemäß der Stiftungserklärung hat die gemeinnützige Privatstiftung auch die Aufgabe in bestimmten Zeitabständen eine Alvensleben-Jellinek-Ehrenmedaille zu vergeben. Dies ist aus einer Zusatzurkunde zur Stiftung zu ersehen.

Durch die Alvensleben-Jellinek-Ehrenmedaille sollen Leistungen ausgezeichnet werden, durch die wesentliche Beiträge zur Erhöhung der Sicherheit der Elektrizitätsanwendung geschaffen worden sind.

Conrad Alvensleben wurde am 19. Dezember 1874 in Berlin als Sohn des königlichen Bahnmeisters Alvensleben geboren. Während seiner ganzen Berufstätigkeit hat er einen maßgeblichen Einfluss auf die Schaffung neuer Unfallverhütungsvorschriften ausgeübt, wobei ihn besonders das elektrische Unfallgeschehen beschäftigte. Er hat die Wirren der Nachkriegszeit in Berlin nicht überlebt und am 24. Juli 1945 hat dieser große Pionier des Elektroschutzes seine Augen für immer geschlossen.

Stefan Jellinek wurde am 29. Mai 1871 geboren. Er begann schon 1899 in Wien seine elektropathologischen Studien. Dabei beschäftigte er sich nicht nur mit Elektrounfällen, sondern untersuchte auch verschiedene vom Blitz getroffene Menschen. 1907 veröffentlichte er seine Theorie vom elektrischen Scheintod und 1909 wurde Jellinek mit der Instandhaltung des von ihm gegründeten Elektropathologischen Museums in Wien betraut. 1928 wurde für ihn eine Lehrkanzel für Elektropathologie an der Wiener Universität errichtet.1939 musste Professor Jellinek Wien verlassen und fand eine neue Arbeitsstätte in Oxford am Queen's College. Auch in den Jahren nach 1945 setzte Stefan Jellinek seine unermüdlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Elektropathologie fort. Er ist am 2. September 1968 in Edinburgh 97-jährig gestorben.

Conrad Alvensleben und Stefan Jellinek zählten jeder für sich in ihrer Heimat zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die sich um die Verhütung elektrischer Unfälle verdient gemacht haben. Wenn sie auch oft gegensätzlicher Meinung waren, so führte doch ihr Dialog, der sich über Jahrzehnte erstreckte, zur Vertiefung des Wissens über die Ursachen des Todes durch die Elektrizität. Näheres darüber findet sich im Fachaufsatz:

Biegelmeier, G. und Freiberger, H.: Alvensleben und Jellinek - ein Dialog auf dem Wege zur Erkenntnis über die Ursachen des Todes durch die Elektrizität. EuM, 96. Jg. (1979) H. 2, S. 80 ... 88.

Die Alvensleben-Jellinek-Ehrenmedaille wird in Abständen von zwei bis drei Jahren verliehen.

Der Antrag auf Verleihung wird vom Geschäftsführer der Stiftung gestellt und nach Beratung durch den Stiftungsvorstand beschlossen. Nach Zustimmung durch den Begünstigten wird die Verleihung in würdiger Form durchgeführt.

Die bisherigen Alvensleben-Jellinek-Preisträger waren:

 Dr.-Ing. Dieter Kieback
 Vorm. Leiter des Instituts zur Erforschung elektrischer Unfälle,
 Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, Köln
 Deutschland   1997 
 Dipl.-Ing. (M.Sc.) Björn Folcker
 Vorm. Präsident der International Commission on Rules for the Approval of Electrical Equipment (CEE)
 Chairman of the Advisory Committee on Safety (IEC/ACOS)
 Schweden   1999 
 Prof. (em) Dr. med. Hermann Antoni
 Vorm. Leiter des Instituts für Physiologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
 Vorm. Vorsitzender der Freiburger Medizinischen Gesellschaft
 Deutschland  2001 
 Prof. Vito Carrescia
 Technische Universität Turin, Vorlesungen über "Tecnica della sicurezza elletrica"
 Präsident CT 64 des CEI
 Italien  2004 
 Walter Skuggevig
 Corporate Fellow, Underwriters Laboratories Inc.
 Member of the William Henry Merrill Society
 USA  2007 
 Prof. Dr.-Ing. habil. Siegfried Altmann
 Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
 Deutschland  2011 

Künftig ist vorgesehen, anlässlich der Verleihung einen Workshop "Elektroschutz" zu organisieren, bei dem Fachleute über die Fortschritte in der Elektropathologie und beim Elektroschutz berichten und diskutieren.

 

Anfragen zum Inhalt senden Sie bitte an stiftung@esf-vienna.at. Copyright © 2001 Gemeinnützige Privatstiftung Elektroschutz, Stand: 30. April 2014